Alcatraz
Diesmal ging es nach Alcatraz.
Allein der Name sorgt bei vielen Menschen sofort für Bilder im Kopf. Kaum ein Gefängnis der Welt ist berühmter als dieses. Die Insel liegt nur rund zwei Kilometer vor San Francisco, doch die kalten Strömungen und das eisige Wasser machten Fluchtversuche nahezu aussichtslos.
Das Gefängnis wurde 1934 eröffnet und galt als das sicherste der Vereinigten Staaten. Hier saßen einige der berüchtigtsten Verbrecher Amerikas ein. Der bekannteste unter ihnen war wohl Al Capone, der legendäre Gangsterboss aus Chicago. Insgesamt befanden sich hier nie besonders viele Häftlinge gleichzeitig, meist nur rund 250. Dafür galt das Gefängnis als Endstation für jene Insassen, die anderswo Probleme machten.
1963 wurde Alcatraz schließlich geschlossen. Die Unterhaltung war schlicht zu teuer. Alles – von Lebensmitteln bis zum Trinkwasser – musste auf die Insel transportiert werden.
Beim Rundgang durch die Zellentrakte wurde schnell klar, wie hart das Leben hier gewesen sein muss. Die Zellen waren winzig. Ein Bett, ein Waschbecken, eine Toilette. Viel mehr Platz gab es nicht. Während man durch die Gänge schlendert, hört man über Audioguides die Geschichten ehemaliger Gefangener und Wärter. Das macht den Besuch besonders eindrucksvoll.
Interessant ist aber nicht nur die Geschichte als Gefängnis.
1969 besetzten Angehörige verschiedener indigener Völker die Insel. Sie wollten damit auf die Situation der amerikanischen Ureinwohner aufmerksam machen und forderten mehr Rechte sowie die Rückgabe von Land. Die Besetzung dauerte fast 19 Monate und gilt bis heute als wichtiger Moment in der Bürgerrechtsbewegung der Native Americans.
Dieser Teil der Geschichte wird auf Alcatraz ebenfalls ausführlich dargestellt. Besonders interessant fand ich dabei einen Hinweis in der Ausstellung: Dort wird ausdrücklich erwähnt, dass Europa Amerika nicht „entdeckt“ habe, da lange vor Christoph Kolumbus bereits Menschen auf dem Kontinent lebten. Ein anderer Blickwinkel als jener, den wir in Europa meist vermittelt bekommen. Ob man dieser Formulierung zustimmt oder nicht – sie zeigt, wie unterschiedlich Geschichte je nach Perspektive erzählt werden kann.
Nach mehreren Stunden auf der Insel ging es wieder zurück ans Festland.
Für mich war Alcatraz definitiv eines der Highlights von San Francisco.
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