Kharkiv - Kyiv - Irpin - Butscha
Feb 2026
Bericht nach den Fotos
Kharkiv - 20 Kilometer zur Front
Am Samstag, direkt nach der Beerdigung vom Herz Franz, startete ich meine Fahrt in den kalten Osten. Der Rucksack war gepackt, ich war auf eisige Temperaturen vorbereitet.
Am Bahnhof, während ich auf den Zug wartete, holten mich die Gedanken ein. Genau an diesem Ort hatte ich vor fast zehn Jahren meine Transsibirische Eisenbahnreise begonnen, quer durch Russland.
Was viele nicht wissen: Damals war ich über fünf Wochen unterwegs, legte mehr als 11.000 Kilometer mit dem Zug zurück, wurde in Jekaterinburg verhaftet, in Irkutsk erklärte mir ein Mörder ganz nüchtern, was es kostet, einen Menschen zu töten. Es war eine brutale, intensive Reise. Zeit wird’s, dass ich darüber einmal ausführlich schreibe.
Vorbereitung, Kontakte und alte Geschichten
Wochenlange Planung gingen meiner Ukraine-Reise voraus. Eine zentrale Rolle spielte Y., gebürtiger Russe, den ich seit Jahren kenne, aber nie persönlich getroffen hatte. 2012 wollten wir uns eigentlich in Luhansk beim ukrainischen Supercup zwischen den Donezker Klubs Schachtjor und Metalurgh treffen. Kurzfristig sagte Y. damals ab.
Y. stammt aus Moskau und ging früher mit den CSKA-Hooligans. Ich kenne nur wenige Menschen, die ihm zu seinen besten Zeiten in die Suppe gespuckt hätten, dafür einige, die freiwillig die Straßenseite wechselten, wenn sie ihn sahen.
Er half mir, Kontakte in die Fußballszene von Charkiw zu knüpfen. Leider waren genau die Leute, die er kennt, inzwischen an der Front. Parallel suchte ich weiter und kam zu M. – völlig ohne Fußballbezug, dafür Teil einer Hilfsorganisation. Er erklärte sich bereit, mich zu empfangen.
„Urlaub“? Wie soll man so eine Reise nennen? So, wie ahnungslose Putin-Unterstützer im Westen es abwertend tun? „Urlaub“? Urlaub steht für Erholung. Eine Fahrt in die Ukraine bedeutet eine Fahrt in ein Kriegsgebiet: Luftalarme, Raketenangriffe, massive Einschränkungen im Alltag. Wenn das Urlaub ist, dann gute Nacht. Komische Figuren sind das.
Unterwegs nach Osten
In Budapest musste ich umsteigen. Ich hatte ein ganzes Abteil für mich allein, im gesamten Waggon waren nur eine Handvoll Menschen. Mir wird ständig eingeredet, wie viele Menschen angeblich in die Ukraine fahren. Als „Beweis“ dienen dann mit Microsoft Paint 95 bearbeitete Flixbus-Buchungslagen. In der Realität: nichts davon. Außerdem – Zugfahren ist einfach gemütlicher als Busfahren. Besonders an der Grenze.
Keine Probleme mit den Zollbeamten. Danach das bekannte Ritual: Räderwechsel. In der Ukraine – wie auch in Russland – hat die Eisenbahn eine andere Spurweite. Das Wechseln dauert. Vor einigen Jahren wollte die FPÖ unter Norbert Hofer diese Breitspurbahn bis ins burgenländische Parndorf verlängern. Zum Glück wurde dieses Projekt nie umgesetzt.
Ankunft in Lemberg
Ursprünglich hätte mich T. begleiten sollen, der schon im August bei meiner letzten Ukraine-Reise dabei war. Doch er brach sich in der Silvesternacht die Kniescheibe. Ausfall. Die Putin-Unterstützer, die ich seit Jahren einlade, einmal selbst mitzukommen, wollten auch diesmal nicht.
„Fliegst du?“ wurde ich mehrfach gefragt. Nein. Seit Ende Februar 2022 ist der ukrainische Luftraum für Passagierflugzeuge geschlossen. Selbst Wizz Air soll noch Maschinen in der Ukraine stehen haben, die sie nicht herausbekommen.
Am frühen Nachmittag erreichte ich Lemberg. Klirrende Kälte. Minus zehn Grad zeigte die Anzeige am Bahnhofsgebäude. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Mit der Straßenbahnlinie 1 fuhr ich in die Stadt und gönnte mir Borschtsch – eine traditionelle osteuropäische Suppe aus Roter Rübe, meist mit Kraut, Erdäpfeln, Fleisch und Sauerrahm.
Mein nächster Zug hatte Verspätung. Also zahlte ich rund 70 Cent für einen Platz im halbwegs geheizten Aufenthaltsraum. Immer mehr Soldaten in Uniform fielen mir auf – keine Hunderten, aber Dutzende.
Mit gut zwei Stunden Verspätung kam der Zug. So lang, dass er gar nicht vollständig in die Halle passte. Zugreisen in der Ukraine sind anders: Alle Fernzüge haben Liegewagen. Kleine Abteile oder ganze Großraumwaggons. Beim Einstieg wird der Fahrschein kontrolliert, bei Ausländern zusätzlich der Pass. Man darf ausschließlich in den zugewiesenen Waggon.
Jeder Waggon wird einzeln mit Holz oder Kohle beheizt. Die Abgase sammeln sich in der Bahnhofshalle. Ein Genuss für Zugromantiker. Ein Albtraum für alle, die frische, saubere Luft lieben.
Richtung Charkiw
Währenddessen meldete sich Y.: Er hätte doch noch jemanden in Charkiw für mich organisieren können. J. würde auf mich warten.
So rollte der Zug weiter Richtung Osten. Immer wieder blieben wir irgendwo stehen, in kleinen Dörfern, ohne ersichtlichen Grund. Montagmorgen, nach rund 36 Stunden Anreise, erreichte ich Charkiw.
Es war nicht mein erster Besuch. 2011 verlor die Austria hier. In Erinnerung geblieben ist eine der geilsten Europacup-Auswärtsfahrten überhaupt: versuchte Festnahmen durch die Polizei, Befreiung durch die österreichische Botschaft (damals wurden einige Leute zwischen Kiew und dem Burgenland aus dem Schlaf gerissen) und eine morgendliche Begrüßung durch Pierluigi Collina im Flugzeug.
Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine, mit rund 1,5 Millionen Einwohnern vor dem Krieg. Sie liegt nur etwa 40 Kilometer von der russischen Grenze und rund 80 Kilometer von Belgorod entfernt. In der Sowjetunion war Charkiw zeitweise Hauptstadt der Ukrainischen SSR und die viertgrößte Stadt der UdSSR. Heute ist sie eine der am stärksten vom Krieg betroffenen Großstädte, regelmäßig beschossen, strategisch extrem exponiert.
Alltag im Krieg
Am Bahnhof war an diesem Morgen fast niemand. Außer jene, die mit besagten Zug ankamen. Ich organisierte mir eine Dusche und fand ein nahegelegenes Hostel. Die U-Bahn dorthin war kostenlos, die Stationen dienen gleichzeitig als Luftschutzbunker.
In der Unterkunft frühstückte ein Söldner in ukrainischer Uniform. An der Rezeption sprach ich kurz mit dem Mädchen dort. Sie erklärte mir, dass sie mittlerweile keine Angst mehr habe. Letzte Nacht – sie zeigte auf das Sofa neben sich – seien zwei Shahed-Drohnen über ihren Kopf hinweggeflogen, während sie schlafen wollte. Sie hörte beide. Diese Verdrängung der Angst kann schwere Folgen haben.
Ich ließ meinen großen Rucksack dort und fuhr zum Stadion. Auf einer Hauswand prangt ein riesiges Wandbild eines Soldaten, vermutlich ein Fan, vermutlich gefallen. In genau diesem Moment ging der Luftalarm los. Die Menschen? Keine Reaktion. Niemand suchte Schutz. Ich verstand es nicht.
Mit M. unterwegs
M. meldete sich und holte mich mit dem Auto ab. Ich fragte ihn, ob er Angst habe. Nach so langer Zeit Krieg lasse die Angst nach, sagte er. Bei allen.
Er zitierte den Österreicher Viktor Frankl, der schrieb, dass Menschen, die jede Hoffnung verlieren und innerlich aufgeben, geringere Überlebenschancen haben als jene, die einen Sinn, Hoffnung oder eine Aufgabe sehen. Bis Charkiw musste ich fahren, um das zu erfahren.
Er erklärte mir, was es bedeuten würde, nur im Bunker zu leben. Man würde das Leben verpassen. Und wenn es passiert, dann passiert es. Nur noch wenige Menschen gehen bei Luftalarm in Schutzräume.
Am 2.2.2026 stand Charkiw bis 19:31 Uhr sechs Stunden unter Luftalarm. Ab 21:15 Uhr bis zum 3.2., 23:59 Uhr – unglaubliche 25 Stunden. Nach Jahren des Krieges hält das niemand mehr aus.
Zerstörung
Zuerst brachte mich M. zu einem Kindergarten nahe dem Bahnhof. Er wurde am 22.10.2025 von Russland bombardiert. M. war zu diesem Zeitpunkt im Lager seiner Organisation, nur wenige Meter dahinter, mit Entladearbeiten beschäftigt. Er hörte die Drohnen, hörte die Einschläge und arbeitete weiter. Sein Kollege schrie, die Einschläge müssten ganz nah gewesen sein. Erst dann suchten sie Schutz im Keller. Er zeigte mir Videos. Man hörte die Einschläge. Es war 10:50 Uhr. 48 Kinder waren in diesem Kindergarten. Zum Glück konnten alle rechtzeitig in Schutzräume gebracht werden. Ein Erwachsener starb. Was bist du für eine minderwertige Drecksau, die drei Drohnen auf einen Kindergarten schickt, um Kinder töten zu wollen?
Für alle Putin-Fans im Westen, die das russische Töten verharmlosen, relativieren, verteidigen oder gutheißen: Das ist es, was ihr unterstützt. Niemand soll je behaupten können, er hätte nichts gewusst. Und nein, dort war kein NATO-Hauptquartier. Und eure Dreckslügen, die Ukraine hätte das selbst gemacht, lassen sich mit den Flugrouten der Drohnen ganz einfach widerlegen.
Wenige Meter weiter: Ruinen. Noch immer Bahnhofsnähe. Ein zerstörtes Krankenhaus, direkt gegenüber dem Lager der Organisation. Für alle Fantasien über angebliche Waffenlager: Ich war drin. Keine Waffen. Hauptsächlich Kinderspielzeug.
Gespräche
Im Lager traf ich A., einen Kollegen von M. Stundenlang erzählten sie mir von dem, was sie erlebt haben und erleben. Alles 1:1 wiederzugeben ist unmöglich.
Ich sprach sie auf die westliche Propaganda an: NATO-Osterweiterung, und „2014ner Lüger“. Dafür hatten sie nur ein müdes Lachen. In ihren Augen geht es einzig um Territorium. Menschen sind Putin egal.
Auch den im Westen kursierenden „Mythos Selenskyj“ verstanden sie nicht. Die Ukraine brauche keinen starken Führer wie Hitler, Stalin oder Putin. Natürlich kritisieren Menschen hier Selenskyj – aber das bedeutet nicht, dass sie Putins Politik oder das russische Töten unterstützen. Das verwechseln im Westen viele.
Ich wurde aufmerksam gemacht, dass die Menschen in der Ukraine, wenn
sie gegen die eigene Politik sind, sehr wohl auf die Straße gehen würden. Ich fügte "2004 und 2013" ein. M. Stimmte zu.
Teilweise kommunizierten wir über einen Übersetzer. (Und für alle, die jetzt Schaum vor dem Mund bekommen: Die Ukraine fällt seit Kurzem ins EU-Roaming, der Tarif gilt beinahe wie zu Hause.)
Er zeigte mir ein Video eines Raketenangriffs aus der russischen Nachbarstadt Belgorod. Man sieht, wie die Rakete dort startet, nach Charkiw fliegt und einschlägt. Wie sollen die Menschen hier Belgorod jemals verzeihen? Luftlinie etwa 80 Kilometer, Wien–Brünn sind rund 120.
Ich fragte: Wie will Putin eroberte Gebiete „befrieden“? Mit Angst und Terror. Wie nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Krieg war vorbei. Frieden? Nein! Denn die von Moskau geplanten stalinistischen Säuberungen begannen. Millionen Opfer. Das ist der „Frieden“, den Putin-Unterstützer im Westen meinen.
Für die Menschen hier bedeutet Frieden etwas anderes: Russische Soldaten raus aus der Ukraine.
Frontnähe
M. bekam eine Nachricht: Nahe dem Elternhaus sei „etwas eingeschlagen“. Ruhig rief er zu Hause an. Am Markt hatte es eine Explosion gegeben, ein Mensch wurde verletzt. Wir setzen Fort.
Während meiner Zeit in der Ukraine hörte ich – im Gegensatz zu anderen Reisen – keine Einschläge selbst. Umso eindrücklicher waren die Erzählungen über Ende Februar 2022: Die Polizei verschwand, die Bevölkerung verteidigte die Stadt gemeinsam mit Soldaten und Veteranen. Chaos. Die Russen waren bereits in Charkiw, töteten Menschen. Nur fünf Kilometer fehlten bis ins Zentrum.
Besonders hart traf es Saltivka im Nordosten. Wir fuhren auch zur Schule Nr. 134 (Foto) in der Shevchenka-Straße. Hier gab es einen zwölfstündigen schweren Kampf. Russische Soldaten wollten das Gebäude erobern, töteten, entführten Menschen. Nach zwölf Stunden zogen sie sich zurück.
Wir parkten auf der Straße. M. zeigte mir Videos vom Kampftag – exakt von dem Punkt, an dem wir standen. Er versicherte mir, das Gebäude sei sauber. Wir gingen hinein.
Ich spürte eine schwere, beklemmende Stille. Jeder Schritt fühlte sich falsch an, als würde ich einen Ort betreten, der eigentlich nie wieder betreten werden sollte.
Kurz darauf trennten sich unsere Wege. Trotz all der Grausamkeit bin ich M. dankbar, dass er sich Zeit genommen hat und mir erzählt hat.
Wenige Minuten später wartete J. auf mich. 46 Jahre alt, aus der Fanszene von Metalist Charkiw. Wir trafen uns bei Bier und Borschtsch, direkt an der Linie nach Saltivka, den Stadtteil, den die Russen besonders beschossen. J. ist aktuell direkt an der Front eingesetzt. Er machte mich darauf aufmerksam, dass wir hier nur noch 20 Kilometer von der Front entfernt waren.
Luftalarm. Im Restaurant hätten über 150 Menschen Platz. Anwesend waren vielleicht 20. Die Musik lief. Die Menschen verdrängten ihr Leid und taten das, was wir alle gerne tun: leben.
Wir sprachen kaum über Fußball. Eigentlich nur über den Krieg und seinen Einsatz. Er schenkte mir sogar offizielle ukrainische Armeesocken. Nicht vergleichbar mit unseren ÖBH-Socken. Ich glaube, ich bitte Frau Ministerin Tanner um einen Termin.
J. beantwortete jede Frage, aber er wollte lieber das Leben abseits der Front genießen. Ich hatte leider wenig Zeit. Zurück zur Unterkunft, Rucksack holen, ab zum Bahnhof. Wieder viele Soldaten im Nachtzug Richtung Hauptstadt.
Kyjiv, Irpin, Butscha, Kolomyja
Nachdem ich im Nachtzug geweckt worden war, erkundigte ich mich zuerst über die Bilanz des Tages. Mindestens zwölf getötete Zivilisten in der Ukraine. Von 521 russischen Angriffsmitteln wurden 450 neutralisiert: vier von vier Raketen, elf von 32 ballistischen Raketen des Typs Iskander/S-300, drei von sieben Marschflugkörpern X-22/32, 20 von 28 Marschflugkörpern X-101/Iskander-K sowie 412 von 450 verschiedenen Angriffsdrohnen.
Frühmorgens herrschte auch in Kyjiv klirrende Kälte. Ich war müde und hatte kein Hotel gebucht. Ihr wisst ja, auf Booking bin ich zurzeit nicht gut zu sprechen. Dazu wusste ich nicht, ob mein Zug pünktlich sein würde. Auch hier, im Bahnhofsviertel von Kyjiv, zerstörte Häuser. Und dann gibt es wieder diese ahnungslosen Putin-Unterstützer im Westen, die herumschreien: „Mimimi, nicht in der ganzen Ukraine ist Krieg.“ Wenn man unfähig ist, zwischen Frontlinie und Kriegsgebiet zu unterscheiden, sollte man sich ein anderes Thema suchen.
Das erste Hotel hatte kein freies Bett. Ich verlor schnell die Nerven und nahm mir ein Taxi zum Unabhängigkeitsplatz, dem Maidan, dort, wo im November 2013 alles begann. Ich checkte im Hotel „Ukraina“ ein. Ob das schlau ist? Das Gebäude ist leicht zu treffen, blieb aber bis heute verschont. Vielleicht liegt das daran, dass es ein "Art" Relikt der stalinistischen Baukultur ist. Das ist allerdings nur eine Vermutung.
Ich kontaktierte noch S. wegen unseres Treffens. Wir hatten uns noch nie persönlich gesehen, aber sie gehörte zu jenen Menschen, die beim Champions-League-Finale 2018 ihre Wohnung für Fußballfans zur Verfügung gestellt hatten. Davon habe ich euch bereits erzählt. Nach einer heißen Dusche ging ich am Vormittag ins Bett. Fit und fast ausgeschlafen, mit herrlichem Blick auf den verschneiten Maidan und strahlendem Sonnenschein, wachte ich zur Mittagsstunde auf. In der Zwischenzeit hatte mir S. geantwortet. Peinlicherweise stellten wir fest, dass wir unser Treffen erst für den nächsten Tag ausgemacht hatten. Das war mir wirklich unangenehm. Sie hatte sich Zeit für mich genommen, und dann so eine Aktion von mir. Es tut mir leid. Also musste ich den Tag umplanen.
Voller Respekt ging ich am Maidan den Fahnenplatz ab, der an die gefallenen Soldaten erinnert. Ich weiß nicht, wie viele Fahnen es sind, tausende, dazu Bilder der Getöteten, Blumen und Plakate. Ein Mann fragte mich nach meiner Herkunft und forderte mich auf, ihm zu folgen. Er brachte mich zum Bild des getöteten Österreichers. Der 30-jährige Richard Schermann wurde am 20.01.2025 in der Region Orikhiv in der Oblast Saporischschja bei einem russischen Drohnenangriff getötet. Sein Bild und eine rot-weiß-rote Fahne erinnern an ihn.
Es ging mit der U-Bahn bis an den Stadtrand. In Kyjiv muss man für die U-Bahn zahlen, ungefähr 20 Cent. Ich würde gerne wissen, was sich das bringt. Von dort ging es per Uklon-Taxi weiter nach Irpin. Irpin liegt gemeinsam mit Vorsel, Gostomel und Butscha nordwestlich von Kyjiv. Ich war bereits 2024 in dieser Region und habe mir die Kriegsschäden angesehen und mit betroffenen Menschen gesprochen. In Butscha verübten russische Soldaten Ende März 2022 ein Massaker. Hunderte Menschen wurden von Russen hingerichtet.
Auch hier versuchen Putin-Freunde wieder, Lügen zu verbreiten. Zum Beispiel der nach Russland ausgewanderte deutsch-russische Röper-Propagandist will „Beweise“ haben, dass die ukrainische Armee die Menschen getötet habe. Sein Beweis? Zwei Tage nach dem Rückzug der Russen gab der damalige Bürgermeister ein Interview. Dabei sei ihm eine Mimik „entkommen“, die Röper an ein Lachen erinnere. Beweis genug für ihn. Außerdem merkt Röper an, dass der Bürgermeister in diesem Interview gar nicht über die Toten gesprochen habe. Dass dieser Bürgermeister bereits Tage davor sehr wohl über die Ermordeten gesprochen hatte, verschweigt er seinen Lämmern. Fertig ist die russische Propaganda. Dass dieses russische Massaker zeitgleich mit den sogenannten Friedensgesprächen in der Türkei stattfand, sei am Rande erwähnt. Das ist der russische Frieden.
Wenn man über den Fluss Irpin fährt, sieht man die Spuren der damals gesprengten rechten Brücke. Fährt man die Straße weiter, kommt man auf der linken Seite zu einem Autofriedhof. Hier wurden Autos, die bei diesem Massaker zerstört wurden, aufgestapelt. Putinistische Experten sahen damals sofort westliche Propaganda. Da diese Autos rostig waren, seien es alte Fahrzeuge gewesen, alles nur inszeniert. Dass sich nach einem Brand binnen Stunden Rost bildet, wissen diese Putin-Unterstützer offenbar nicht. Nähert man sich den Autos, erkennt man immer wieder Einschusslöcher. Aber nicht zwei oder drei, sondern völlig durchsiebte Fahrzeuge. Beim Anblick dieser Autos zog sich bei mir alles zusammen. Ich spürte eine Mischung aus Wut, Ohnmacht und tiefer Beklemmung. Das hier war keine Statistik, das war Realität.
Weiter wollte ich nach Butscha zur Gedenkstätte. Natürlich per Taxi, das sind dann doch einige Kilometer. Was mir all die Tage bereits auffiel: Mein Handystandort stimmte oft nicht. Ob das Zufall war oder mit dem Krieg zu tun hat, weiß ich nicht. So war es oft eine kleine Herausforderung, das Taxi zu finden. Und dann auch noch die Gedenkstätte. Mein Taxler wusste nicht, wo sie sich befindet, also ließ er mich in der Nähe des Bahnhofs Butscha raus. Ich holte mir im Supermarkt noch eine Stärkung, und plötzlich meldete sich die Alarm-App, dazu die Durchsage im Supermarkt: Luftalarm, alle müssten das Gebäude verlassen. Wer tat das? Niemand. Jeder kaufte ruhig weiter ein.
Um diese Gedenkstätte zu finden, musste ich mich durchfragen. Ich sah zwei Soldaten und sprach sie an. Perfektes Englisch, aber sie kannten die Stelle nicht. Im Gespräch stellte sich heraus, dass diese beiden jungen Männer, bestimmt jünger als 30 Jahre, aus Brasilien kommen und hier sind, um „to support Ukraine“. An diesem Tag sah ich natürlich viele Soldaten, auch Soldatinnen, und erkannte dabei immer wieder Söldner. Drei Frauen halfen mir schließlich. Keine sprach Englisch, aber mit vereinten Kräften schafften wir es. Ich musste nur einige Minuten gehen. Dann stand ich bei der Kirche, hinter der die Wand mit den von Russland getöteten Menschen steht. Zu meiner Verzweiflung war der Vorgarten der Kirche eingezäunt und verschlossen. Ich sah dieses Monument nur aus einigen Metern Entfernung. Schade.
Zurück nach Kyjiv. Ich wollte zur Mutter-Heimat-Statue. Das erste Mal sah ich diese über 100 Meter hohe Statue im Sommer 2012, als ich bei meiner Ukraine-Tour von Luhansk nach Kyjiv mit dem Zug einrollte. Ich erschrak damals beinahe. Die Statue wurde 1981 errichtet, ist höher als die Freiheitsstatue in New York und steht für den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg. In ihrem Inneren befinden sich mehrere Museumsebenen und technische Anlagen. Das riesige sowjetische Wappen wurde 2023 durch den ukrainischen Dreizack ersetzt, bewusst als politisches und symbolisches Zeichen. In den Stunden zuvor soll es dort durch einen russischen Angriff zu einem Schaden gekommen sein. Mittlerweile war es komplett finster. Straßenlaternen leuchten in der Stadt selten, in vielen Gebäuden brannten nur wenige Lichter. Bei der Mutter-Heimat-Statue konnte ich nichts erkennen. Nicht, weil nichts zerstört wurde, sondern weil es so dunkel war. Einige Personen kamen mir mit Handytaschenlampen entgegen. Bei der Statue selbst war nichts zerstört, nur am Sockel waren einige Fenster kaputt.
Ich wollte für Petra aus Wolfsburg noch eine Tschernobyl-Schneekugel kaufen. Petra lernte ich am Tag vor dem Champions-League-Finale 2018 bei der Tschernobyl-Tour kennen. Ich stieg am Maidan aus der U-Bahn aus und wollte in den Globus, eine Art Einkaufszentrum mitten in der Stadt. Doch alles war finster. Menschen gingen seelenruhig mit Taschenlampen spazieren, die Geschäfte waren offen, im Food-Corner wurde genüsslich gegessen. Ich zog meine Taschenlampe, ich war ja vorbereitet, und suchte den Laden mit dieser Schneekugel. Auch dieser Laden hatte offen. Die Verkäuferin wusste, im Gegensatz zu mir, genau, wo sich diese Kugel befand. Sie hat bestimmt Erfahrung mit Verkaufen im Dunkeln.
Da ich seit Jahren nach Kyjiv reise, habe auch ich dort meine speziellen Orte. Deshalb spazierte ich noch durch das eiskalte Kyjiv. Man merkt sofort, sobald die Sonne weg ist, wird es noch kälter. Um 22 Uhr ging es wieder mit einem Nachtzug weiter. Richtig, seit der Nacht von Freitag auf Sonntag hatte ich alle Nächte in Zügen verbracht. Diese Nacht war aber die schlimmste. Großraum-Schlafabteil und ein Bett am Rand. Die längs montierten Betten sind schmäler und damit unbequemer. Wer zu spät bucht, bekommt genau diesen Platz. Dazu war es im Abteil viel zu heiß, aber wehe, ich berührte im Schlaf die Wand. Die war eiskalt. Die Fahrt dauerte etwa zehn Stunden.
Auf Einladung von Y. fuhr ich in das Städtchen Kolomyja am Rand der Ostkarpaten in der Oblast Iwano-Frankiwsk. Kolomyja hat rund 60.000 Einwohner, gilt als kulturelles Zentrum der Huzulen und liegt an einem wichtigen historischen Handelsweg zwischen Karpatenraum und Tiefland. Y., von dem ich im ersten Teil erzählt habe, gab mir seine Adresse. Seine Frau und er empfingen mich herzlich. Ihr Hund war anfangs nicht begeistert, das änderte sich nach meiner Dusche. Noch am Vormittag zeigte mir Y. seine neue Heimat. Wer glaubt, wir gingen zu viert spazieren, irrt. Routinemäßig warteten bereits zwei Straßenhunde auf Y. und seinen Hund. So gingen wir zu sechst durch Schnee, Kälte und Glatteis.
Auch hier kann ich nicht alles wiedergeben, worüber wir sprachen. Wir unterhielten uns gut zehn Stunden oder länger. Y. ist extrem interessant. So interessant, dass ich ihn gerne Putin-Freunden in Österreich vorstellen würde. Er wuchs in Moskau auf, ging in jungen Jahren mit den CSKA-Moskau-Hooligans und kehrte Russland mit 28 den Rücken. Bis heute besitzt er den russischen Pass, möchte ihn aber eines Tages abgeben. Was mich wundert: Y. wurde bis heute weder von Polizei noch Geheimdienst aufgrund seiner Nationalität vernommen. Er steht nicht hinter dem russischen Töten, er steht klar an der Seite der Ukraine. So sehr, dass er bewusst auf Russisch verzichtet und Ukrainisch spricht.
Putin-Unterstützer, die nicht zwischen russisch und ukrainisch unterscheiden können, verbreiten die Propaganda, die Ukraine habe Russisch verboten und deshalb würden Putins Soldaten töten. Falsch, bestätigte mir Y., was auch ich bestätigen kann. Mit mir wird in der Ukraine teilweise Russisch gesprochen. Ukrainisch ist lediglich als Amtssprache bestätigt worden.
Zum Aufwärmen gab es einen Morgenkaffee, danach gingen wir ins Ostereier-Museum von Kolomyja. Es ist weltweit bekannt für seine Sammlung kunstvoll bemalter Pysanky, die für Leben, Schutz und Hoffnung stehen. Gerade in Kriegszeiten hat diese Volkskunst einen enormen kulturellen Wert.
Y. ist in der ukrainischen Fußballszene bestens vernetzt, sogar bis nach Westeuropa. Die Kontakte nach Russland hat er eingestellt, bis auf einen. Diesem schickt er bis heute Fanmaterial über Umwege. Ein gefährliches Unterfangen. Diese Post könnte den Empfänger jahrelang hinter russische Gitter bringen und im schlimmsten Fall an die Front. Mutig. Der Widerstand lebt.
Von mir bekam Y. einen violetten Falco-Schal, auf dem "I bin a oida Austriana" steht. Das Gesicht kannte er nicht, aber „Rock me Amadeus“ sehr wohl. Falco äußerte sich bereits 1993 in einem Interview zum russischen Krieg, heute würde man Podcast sagen. Fast 33 Jahre später wirkt das wie eine Vorahnung.
Wir spazierten weiter zum Stadion, Sportplatz würde man bei uns sagen. Bei Spielen der ersten Liga dürfen Fans ins Stadion, aber nur so viele, wie im Fall eines Angriffs in den Schutzräumen Platz finden. Zu Mittag saßen wir in einem örtlichen Pub. Zu viert, die Straßenhunde blieben draußen. Paradeiserbier, Heidelbeerbier. Zum Glück war es Mittag, sonst hätte ich mir noch ein paar mehr gegönnt.
Ich fragte Y., warum Charkiw 2014 nicht an Russland fiel, wie Donezk oder Luhansk. Einen wesentlichen Anteil hatten die Hooligans von Charkiw, die sich den russischen Provokateuren entgegenstellten. Diesen Widerstand gab es in Donezk und Luhansk nicht. Ich sprach auch den 2. Mai 2014 in Odesa an. Auch dieser Tag wird in Russland als Rechtfertigung für den Krieg missbraucht. Y. erinnerte mich daran, dass man diesen Tag in drei Zeitfenstern einteilen muss. Die Russen standen in den Tagen davor bereits auf der Krim im Parlament, entmachteten Kyiv in weiten Teile des Donbass und man hatten in den Wochen davor weit über 100 Tote zu beklagen.
Diese Fakten werden von Putin Freund vergessen. Dann bestätigte er mir das, was ich auf einem sehr langen Video gesehen habe. Lange vor dem Brand wurde bereits zwei Ukrainer erschossen.
Wie am Maidan Wochen zuvor, oder auf Navalneys Begräbnis Monate danach oder auch beim August Putsch 1991 in Moskau, waren auch an diesem Tag Männer mit roten Armbänder unterwegs.
Andere prorussische Provokateure waren einfach nur im Jogginanzug dabei. Von beiden prorussischen Gruppen war nach dem Ausbruch des Brandes keine Spur mehr. Alle waren weg. Weiters erwähnte er, dass auch Ukrainer im Gewerkschaftshaus waren. Was auch auf dem Video zu sehen ist, dass Ukrainer Menschen im Haus helfen, über ein Baugerüst zu entkommen. Y. kennt den Vorfall sehr gut, auch weiß er, dass Personen festgenommen wurden, jedoch tagsdrauf von prorussischen Akteuren bei der Polizei freigepresst wurden.
Bis tief in die Nacht sprachen wir weiter. Über Skifahren in Bukovel, über westliche Doppelmoral, über Alltag im Krieg.
Anfang 2022 waren K. und Y. noch in Dnipro beheimatet. Dort trafen einmal 2 Drohnen/Raketen auf einen Markt ein. Gegenüberliegend war ein Rekrutierungsbüro der ukrainischen Armee. Als Gegenbeispiel erwähnte ich das Bandera Denkmal in Lemberg. Bis heute wurde es nicht getroffen, dafür ein Familienhaus, welches nur 50 Meter entfernt stand. Bis tief in die Abendstunden reichten unsere Gespräche. Mir war es wichtig, dass ich noch den Skiort Bukovel anspreche. Auch hier wieder Propaganda Mist von den Putin Unterstützern. Y. weiß dass ich aus Österreich komme, ich rufe nochmal in Erinnerung, aus dem Österreich, aus dem Skistars wie Franz Klammer, Annemarie Moser-Pröll, Hermann Maier, Marcel Hirscher, Nicole Hosp und viele andere kommen. Und dann gibt es in diesem Österreich tatsächlich Figuren, die damit ein Problem haben, dass Menschen in der Karpaten Skifahren, aber dass russische Soldaten ukraineweit Menschen töten, ist für
die gleichen Personen kein Problem. Für Y. ist es sogar wichtig, dass diese Menschen Skifahren. Das Leben muss weiter gehen. Auch er geht ja schließlich regelmäßig zum Fußball.
Und ja, im zweiten Weltkrieg spielte man auch bei uns Fußball.
K. kochte uns zum Abendessen, danach Fan-Zines. In der Fußballfanszene sind das selbstgemachte Magazine, früher über Reisen, Spiele, Choreografien. Heute fast nur noch über Krieg. Ich bekam sogar einen Link mit einer Liste im Krieg getöteter Fußballfans.
Nach ein paar Gläsern selbstgemachten Weins ging es endlich in ein echtes Bett. Ohne Zugräder. Seit Nächten, die erste Nacht in einem richtigen Bett. Noch vor Sonnenaufgang musste ich zum Bahnhof. Ohne Taxi hätte ich es nicht geschafft, wegen spiegelglatter Straßen. Mit dem IC, der eher an einen Regionalzug erinnerte, fuhr ich zurück nach Lwiw, wo ich meine letzten Stunden in der Ukraine verbrachte. Zum Abschluss noch einmal Hektik. Falsches Rückfahrticket. Neues Ticket. Es sollte nichts Schlimmeres passieren.
Ich wollte diese Reise schon länger machen, nicht jeder ist von meiner Entscheidung überzeugt, dennoch bin ich froh, dass ich diese Tage in der Ukraine unterwegs war. Ich durfte Menschen
kennenlernen, die an der Front die Ukraine verteidigen, ich hatte lange Gespräche mit Menschen einer Hilfsorganisation die direkte Hilfe im Frontgebiet seit Jahren leisten, mit einem
Russen, der kein Russe mehr sein möchte, mir wurden Erfahrungen berichtet über direkte Kriegshandlungen, mir wurden von Russland zerstörte Häuser in der Realität gezeigt, sowie die
Videos, wie es zu diesen Zerstörungen kam. Ich musste erfahren dass die Menschen keine Angst mehr von dem Krieg haben. Ich kenne die ukrainische Seite und die meiner Heimat Österreich.
Ich merke, dass Menschen in Österreich viel mehr Angst vor einem Krieg haben, als die Menschen in der Ukraine die Seit Jahren vom Krieg betroffen sind. Mit dieser Erfahrung habe ich auch Y. konfrontiert. Dieser vermutet, dass es wohl daran liegt, dass wir in Österreich eine andere Sicht auf Krieg haben. Wir kennen Krieg von Erzählungen, von der Schule, von Museen und hauptsächlich und prägend von Filmen. Nur, so wie die Kriegsfilme über die Kriege vergangener Jahrzehnte gezeigt wurden, läuft sich nicht ganz so im kompletten Kriegsgebiet 24/7 ab! Der Krieg, den Putin im Februar 2022 auf die komplette Ukraine ausweitete, hat sehr viel mit GPS, Drohnen usw. zu tun.
Um das und vieles mehr den Putin Unterstützern klar zu machen, bleibt meine Hand in deren Richtung ausgestreckt! Gerne nehme ich euch bei meiner nächsten Ukraine Reise mit, gerne könnt ihr mit betroffenen Menschen sprechen, damit ihr wisst, welchen Mist ihr mit Lügen unterstützt!
Zur Angst: Diese „Angstlosigkeit“ kannte ich nicht. Nicht in Bezug auf Krieg. Wie darf ich diese Angst erklären? Vielleicht so? Österreich hat täglich Millionen Verkehrsteilnehmer. Auto, Bus, Rad, Fuß usw. Österreich hat jährlich 350 bis fast 500 Verkehrstote im Jahr. Aber wie viele der Millionen Österreicher wachen in der Früh auf und haben Angst im Straßenverkehre getötet zu werden. Wievielte Österreicher kommen von der Arbeit heim und freuen sich, dass sie die Fahrt mit ihrem PKW überlebt haben? Obwohl es beinahe täglich passiert. Ich vermute, fast niemand. Wenn es dann aber einen trifft, dann tritt die Trauer und vielleicht Selbstkritik ein.
Für meinen treuen Wegbegleiter Reisepass, geht nun
die Ära zu ende. Bereits nach 6,5 Jahren sind leider alle Seiten voll.
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